Die IG Metall werde einen Ausstieg des Autobauers Opel aus der Tarifstruktur der Metallbranche »niemals akzeptieren«, hieß es noch am Montag nachmittag. »Es wäre ein Dammbruch für die gesamte Metallindustrie.« Doch bereits am Dienstag abend ließ Gewerkschaftschef Berthold Huber verlauten, das 2004 geschlossene Pforzheimer Abkommen biete »ausreichend Möglichkeiten, eine situationsgerechte und tarifkonforme Lösung für Opel zu vereinbaren«. Soll heißen: Das Niveau des Flächentarifvertrags kann ruhig unterschritten werden – aber nur mit Unterschrift der IG Metall.

Die gewerkschaftliche Tarifkommission formulierte denn auch gleich Bedingungen hierfür: Es brauche »konkrete und belastbare Garantien, die alle Standorte und eine möglichst große Zahl an Arbeitsplätzen über 2016 hinaus sichern und den Produktions- und Entwicklungsstandort Deutschland langfristig erhalten«. Die Sicherung einer »möglichst großen Zahl« an Jobs bedeutet freilich nicht den Erhalt aller Arbeitsverhältnisse. Der Personalabbau kann also weitergehen, nur »sozialverträglich« sollte er sein. Auf diese Weise sind in den deutschen Opel-Werken seit Anfang der 1990er Jahre weit mehr als die Hälfte der damals noch knapp 57000 Arbeitsplätze vernichtet worden. Insbesondere für Bochum und das Ruhrgebiet – wo sich die Belegschaft von gut 19000 auf rund 5000 (inklusive Partnerbetriebe) reduzierte – war das alles andere als »sozialverträglich«.

Wenn nicht noch etwas Bedeutendes passiert, ist es mit der Bochumer Fabrik in absehbarer Zeit ganz aus. Spätestens 2016, vielleicht sogar schon früher soll die Autoproduktion an dem traditionsreichen Standort eingestellt werden. Die IG Metall scheint das grundsätzlich bereits akzeptiert zu haben. Denn unter den von der Tarifkommission formulierten Bedingungen fehlt die Forderung nach einer Fortsetzung der Zafira-Fertigung über 2016 hinaus. Statt dessen ist davon die Rede, es müsse »eine vierstellige Zahl von Arbeitsplätzen als unmittelbare Opel-Arbeitsplätze, die neben dem Teilelager aus qualifizierten Produktionsarbeitsplätzen in einer hochwertigen Komponentenproduktion bestehen«, erhalten bleiben. Damit würde Bochum zum Zulieferwerk degradiert und erneut radikal verkleinert.

Die geforderte »konkrete Wachstumsperspektive« für die Ruhrgebietsfabrik ist so nicht zu erreichen. Ein weiteres reines Komponentenwerk neben Kaiserslautern kann Opel angesichts sinkender Stückzahlen nicht gebrauchen. Es wäre nur eine formale und voraussichtlich sehr kurzfristige »Rettung« des Standorts. Und: Schon bald würden weitere Produktionsstätten zur Disposition gestellt, denn die extrem niedrige Auslastung der europäischen Opel-Fabriken – die laut IG Metall bei nur noch 50 Prozent liegt – wäre nicht beseitigt. Das geht nur durch weitere Werksschließungen. Oder durch eine drastische Verkürzung der Arbeitszeiten – am besten bei vollem Lohnausgleich, finanziert aus den Milliardengewinnen des Mutterkonzerns General Motors.

Von Daniel Behruzi

Quelle:

http://www.jungewelt.de/2013/01-31/024.php

Tja eigentlich überall das gleiche, Werksschließungen und Arbeitsplatzabbau nennt man dann Sanieren oder eine Reform natürlich immer zu Lasten der Arbeitnehmer ist schon klar, die Konkurrenz ist hart und Autos kaufen nun mal keine Autos........, darüber sollten die Konzerne und Manager mal nachdenken.